Für eine intakte Schieneninfrastruktur und freie Gleise sorgen – so die
Aufgabe des 2-Wege-Unimog auf den Höhen des Thüringer Waldes.
Besondere Herausforderung: Steigungen von bis zu 40 Promille. Und
oft meterhohe Schneeverwehungen.
Reizvolle Landschaft, reizarmes Bioklima – und trotzdem: 1997 war der Zug
abgefahren in der Tourismusregion rund um Neuhaus am Rennweg. Grund: Die Deutsche Bahn
hatte das Sonneberger Netz stillgelegt. 65 km Gleis zwischen Neuhaus,
Eisfeld und Sonneberg.
Dann 2001: die Wende. Die Thüringer Eisenbahn, kurz ThE, übernahm das
Sonnenberger Netz auf Pachtbasis von der DB Netz AG, sanierte die
Schieneninfrastruktur und 2002 wurde die Strecke wieder in Betrieb genommen.
Nicht zuletzt ein Erfolg des ThE-Dienstleisters Erfurter Gleisbau GmbH – und seines 2-Wege-Unimog. ThE-Bahnmeister Karl-Heinz-Endresen
berichtet: „Der 2-Wege-Unimog trägt entscheidend dazu bei, dass die
Strecke das ganze Jahr betriebsbereit ist. Auch andere Dienstleister setzen
bei uns regelmäßig 2-Wege-Unimog ein, etwa zur Unkrautbekämpfung mit
Spritzaufbau oder zum Schneiden des Lichtraumprofils.“
Wandlerschaltkupplung fürs Rangieren, Frontzapfwelle mit 150 kW Leistung
zum Antrieb der Schneefräse, 6-Zylinder-Motor mit 231 PS – der Unimog ist
wie gemacht für den Schieneneinsatz. Die Umrüstung zum 2-Wege-Fahrzeug erfolgt schließlich in enger Zusammenarbeit mit führenden An- und
Aufbauherstellern. Für die Erfurter Gleisbau GmbH bedeutete das:
Zwiehoff/Zagro-Schienenführung, 800 t Waggon-Bremsanlage, heckaufgebauter
Palfinger-Kran PK9501 und Schmidt-Schneefräse VF-Z.
Das Ergebnis: eine perfekte Arbeitseinheit für verschiedenste Einsätze – von Arbeiten mit Ladekran über das Ziehen von Waggons mit Baumaterial beim Gleisbau bis hin zum Winterdienst. „Beim Räumen von
Schneeverwehungen hat der 2-Wege-Unimog den Vorteil, dass er auf der
Straße zum Einsatzort fährt, dort aufgleist und nach dem Einsatz die
Schiene schnell verlassen kann. Dadurch ist die Strecke in kürzester Zeit
wieder frei für den Schienenverkehr“, so Wolfgang Schuster, verantwortlich
für die
gleisgebundene Technik
der Erfurter Gleisbau GmbH. Selbst vor großen Steigungen
macht der Unimog nicht Halt. Keiner weiß das besser als Hans-Walter
Reidelbach, Lokführer und Unimog-Fahrer: „Am Rennweg haben wir
Steigungen von bis zu 40 Promille. Der 2-Wege-Unimog hat mich auch unter
diesen schwierigen Bedingungen von seiner Zugkraft überzeugt."
|